Nach all den Jahren Mobbing verspürte Jeldos den Drang in eine Großstadt zu gehen. Im Süden konnte er nichts verändern, die Intoleranz der anderen Menschen war zu groß. In einer Nacht und Nebel Aktion haute Jeldos aus seiner Wohngemeinschaft ab. Zusammen mit Aurelia (einer lesbischen Freundin) trat er die Reise an. Sie trampten zusammen, fuhren ab und an mit dem Zug, und irgendwie meisterten sie den langen Weg nach Berlin erfolgreich.

Glitzer, Geld und Scheinwelt – Herzlich Willkommen Berlin

Die Partyszene schien besonders interessant für Jeldos. Dort lernte er auch verschiedene Leute schnell kennen. Einer unter ihnen empfand schnell das Interesse an Jeldos. Durch einen Barkeeper gelang der bis dato Fremde an Jeldos Namen. Eines Tages ging für Jeldos der Weg nicht nur in den Club, sondern direkt in den VIP Bereich. Ein attraktiver und sympathischer Mann stellte sich vor. War er das, der Prinz mit Schloß a la Verliebt in Berlin? Die neue Szene mit all dem Glitzer und dem Geld gefiel Jeldos gut. Schnell lernte er aber auch, dass vieles nur Schein, statt sein ist. Und auch die Beziehung mit dem „Traumprinzen“ ging zu Bruch. Drogen, Aggressivität und Fremdgänge zerbrachen sie. Für Jeldos ein sehr großer Vertrauensbruch, womit er heute teilweise noch zu kämpfen hat.
Mit 17 ging es nun wieder zurück nach Ravensburg, nachdem er so enttäuscht wurde. Jedoch hielt es Jeldos nur ein Jahr aus, und er entschied sich dann doch wieder für Berlin.

„Die Zeit zwischen meinem 18ten und 20ten Lebensjahr war definitiv die anstrengeste und lehrreichste Zeit.“

Mit 18 probieren die meisten Jugendlichen vermutlich die meisten Sachen aus, um zu sich selbst zu finden. Jeldos lernte hingegen (Gott sei Dank) das „Nein-Sagen“. In Berlin kamen Angebote als Escort zu arbeiten – welches er ablehnte. In der Gayszene lernte er wie klein, intolerant und schrecklich sie ist und das Drogen weit oben in der Tagesordnung stehen. Auch zu ihnen sagte er distanziert nein. Es hieß Selbstverantwortung zu übernehmen und lernen, damit umzugehen. In Ravensburg gab es solche Dinge schließlich nicht. Es entwickelte sich so etwas wie ein siebenter Sinn. Jeldos bekam ein stark ausgeprägtes Gespür für schlechte Schwingungen. Bis hin zu Blockaden, die in einer Situation auch schon sein Leben gerettet haben. „Ich wollte mit einem Freund in einen Club in Berlin. Wir standen in der Schlange schon recht weit vorne. Plötzlich spürte ich irgendetwas in mir, was mir sagte: Wir müssen hier weg. Wir sind Gott sei Dank auch gegangen. Später hörten wir, dass es an diesem Abend einen Anschlag gab mit einer Person, die mit einem Messer auf die Menschen zuging.“

Kämpfen lohnt sich!

Jeldos begann 2014 eine Ausbildung beim Starfriseur Udo Walz. Nebenbei baute er seine Reichweite im Social Media weiter aus. Bekam dadurch Einladungen von Zeitungsverlagen, für Reportagen oder auch von Schulen, für Seminare für das Schulsystem. Auch seine Modelkarriere baute Jeldos weiter aus. Er lernte Leute kennen, freundete sich mit diesen durch seine symphytische Art schnell an, und bekam Jobs als Make Up Artist. Nun darf er selbst für große Künstler arbeiten, wie Jay Khan oder Sarah Conner. Jeldos ist mit sich zufrieden und kann mit erhobenen Haupt sagen: Kämpfen lohnt sich!

Facts:

Vorbilder: – Bill Kaulitz (Modeinspiration und seine Individualität)
Designer wie Karl Lagerfeld, Gabrielle Coco oder Versace („Ich trage nicht nur Marken, weil ich die Marke mag. Sondern wegen derer Geschichte.“)

Was mag ich besonders an Berlin: “Die freche Schnauze!” (lacht)

Wo sehe ich mich in 10 Jahren: „Ich möchte sehr gern heiraten. Es sei denn mein Mann hat ein Problem mit dem Outing. Ich werde ihn nicht dazu zwingen. Hauptsache wir vertrauen uns zu 1000%. Kinder möchte ich aufgrund der Erfahrung mit Mobbing, Outing, etc. keine. Deutschland ist nicht tolerant genug. Ich möchte meinem Kind nicht etwas antun, was ich selbst kaum ertragen konnte. Wenn dann vielleicht in einem anderen Land, welches tolerant ist. Aber wo?“

3 Dinge, ohne die ich niemals könnte: Ohne meinen Hündin Akira, ohne gutes Essen (“Ich bin ein Feinschmecker”) und Motivation.

3 Dinge, auf die Jeldos verzichten könnte: intolerante Menschen, Unehrlichkeit und Respektlosigkeit.

Your Religion, your color, your gender isn´t important. What counts is if you´re a human or an asshole.

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Schaut demnächst auch auf Facebook und Instagram vorbei, um das Speeddating und weitere Videos über Jeldos Stecker zu sehen.

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